VERLAG JANOS STEKOVICS
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Zur Zeit und zur Unzeit

Giselher Quast
Zur Zeit und zur Unzeit
Predigten aus dem Magdeburger Dom

360 Seiten
13,5 x 21 cm
gebunden, Schutzumschlag
3 Abbildungen
ISBN 978-3-89923-359-9
24,80 EUR

Der Magdeburger Dom ist eine Predigtstätte par excellence. Als Bischofskirche der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Zentrumskirche der Landeshauptstadt Magdeburg und bedeutendes Kulturdenkmal Sachsen-Anhalts zieht er eine große Zahl von Predigthörern an, weit mehr, als in der weitgehend entkirchlichten ehemaligen Schwerindustriestadt zu erwarten ist. Zu DDR-Zeiten hat die Staatssicherheit sorgsam Predigten abgehört und mitgeschrieben. Viele Zitate fanden sich in den Akten der Domprediger wieder. In der Wendezeit war der Dom Zentrum der Montagsgebete und -demonstrationen mit bis zu 10 000 Menschen, die dort den „aufrechten Gang“ übten und das offene Wort hörten und erlernten. 80 Prozent Nichtchristen hörten hier Montag für Montag die politischen Predigten. Nach der Wende polarisierte sich die Erwartung an die Verkündigung im Dom: Ein neues Bürger- und Beamtentum erwartete Anpassung an die marktwirtschaftlichen und politischen Verhältnisse, viele ehemalige DDR-Bürger suchten weiter die kritische Position der Kirche gegenüber dem Staat.
Giselher Quast hat 37 Jahre lang die Verkündigung am Dom geprägt. Seine Sonntagspredigten, Friedensgebete, sein Eintreten für Schöpfungsbewahrung und seine Reden auf Plätzen und Straßen der Landeshauptstadt zu kritischen Situationen in der Gesellschaft und in der Welt haben ihn in ­Magdeburg und darüber hinaus bekannt gemacht. Die größte Magdeburger Tageszeitung veröffentlichte jedes Jahr seine Weihnachtspredigt. Sein Anspruch an Verkündigung und Gottesdienstgestaltung ist hoch. Seine Predigten haben nach einer Studie der Heidelberger Universität zum stetigen Wachstum der Domgemeinde seit über 25 Jahren mit beigetragen. Sie umfassen nicht nur den Gang eines ganzen Kirchenjahres und viele herausfordernde Predigtsituationen, sondern sind auch ein Zeitdokument der protestantischen Verkündigung vor und nach der Wende im Osten Deutschlands.

Giselher Quast, geboren 1951 in Dresden, entstammt einem freikirchlichen Pastorenhaus. Schon als Kind wollte er wie sein Vater Pfarrer werden. In der Schulzeit erlebte er die Konfrontation des sozialistischen Staates mit der Kirche, eigene Benachteiligung und die Relegierung von der Oberschule ein halbes Jahr vor dem Abitur. Eine andere Welt tat sich ihm als Zehnjähriger mit dem Eintritt in den Magdeburger Domchor auf: Die Welt der klassischen Kirchenmusik, des gotischen Domes und des weiten Horizontes einer Evangelischen Kirchenprovinz haben ihn ebenso geprägt wie die behütete geistliche ­Gemeinschaft in der Freikirche. „Wärme und Würde“ waren seither zwei Leitworte seines Lebens. Nach dem Studium am Katechetischen Oberseminar in Naumburg, seiner Heirat mit der Theologin Margitta Quast, geb. Baumgarten, und einem kurzen Hilfsdienst in Eilenburg berief ihn die Kirchenleitung als jungen Pfarrer an den Magdeburger Dom. Sein Eintreten für die Friedens­bewegung „Schwerter zu Pflugscharen“, für Jugendliche, Oppositionelle und Ausreiseantragsteller hat ihn schnell ins Visier der Staatssicherheit gebracht. In der Wendezeit hat er gemeinsam mit seiner Amtsschwester Waltraut Zachhuber die Montagsgebete und -demonstrationen im Magdeburger Dom geleitet. Nach der Wende hat er dafür gesorgt, dass der Dom Basisgemeinde bleibt und keine Honoratiorenkirche wird. Neben der Jugend- und Friedensarbeit hat er sich immer wieder auch für Fragen der Schöpfungsbewahrung engagiert, für Tiere, Elbe und Bäume. Die Magdeburger haben ihn für sein Engagement 2002 zum „Magdeburger des Jahres“ gewählt.

 

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